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Vorträge

Wir bieten Ihnen folgende Vorträge zum Thema Englische Gärten an. Diese können im Rahmen der Treffen der Gesellschaften von Pflanzenfreunden gehalten werden. Setzen Sie sich mit uns in Verbindung, um weiteres zu besprechen.

Claremont Landscape GardenPrincess of Wales Conservatory

»Die Geschichte des Englischen Gartens« (50 Minuten)

Kaum ein Land kann auf ein so reiches gartenbauliches Erbe zurückblicken wie Großbritannien. Verschiedenste Gründe und geschichtliche Rahmenbedingungen führten dazu, dass bis heute die Grüne Insel ein Mekka für Gartenbegeisterte ist. Der Lichtbildervortag entführt Sie in 500 Jahre Gartengeschichte. In interessanter und unterhaltsamer Weise werden Ihnen die Entwicklungen der Gartengeschichte näher gebracht. Somit erhalten Sie ein fundiertes Verständnis für die Formenvielfalt britischer Gärten.

»Die Gärten der Gertrude Jekyll« (50 Minuten)

The Manor HouseWer nach England reist, um Gärten zu besuchen, kommt während seiner Vorbereitung an dem Namen Gertrude Jekyll nicht vorbei. Nur sehr indirekt gibt es eine Verbindung zum Musical »Dr. Jekyll & Mr. Hyde«. Gertrude Jekyll gilt als die Wegbereiterin der modernen Farb- und Formengestaltung im Staudengarten. Als Gegenbewegung zu den Erfolgen der Industrialisierung entstand im späten 19. Jahrhundert die durch Ruskin geführte »Art & Crafts Bewegung«, die in Deutschland unter der Bezeichnung Jugendstil ihre Fortführung fand. Die junge Gertrude Jekyll war von den Ideen Ruskin's begeistert und legte bei den Planungen Ihrer Gärten höchsten Wert auf das Handwerkliche und Althergebrachte. Viele heimische Pflanzen, die über Jahrehunderte ihr Schattendasein in den Gärten der Bauern und Tagelöhner fristeten, wurden neu entdeckt und fanden in den Gärten des frühen 20. Jahrhunderts ihren Einzug. Zusammen mit Sir Edwin Lutyens schuf sie hunderte Gärten. Lutyens sorgte für den architektonischen Rahmen und Jekyll für die pflanzliche Ausgestaltung.

Das Buch zum VortragDieser Lichtbildervortag eröffnet ein besseres Verständnis für Gertrude Jekyll und Ihre Gartenplanungsideen. Anhand von Beispielen wird die Farb- und Formenlehre vorgestellt.



Die abenteuerlichen Reisen des Philipp Franz von Siebold - Wie der Sandkuchen nach Japan kam

In diesem Jahr feiern Deutschland und Japan das Bestehen ihrer 150jährigen Handelsbeziehungen. Grund genug, sich mit Dr. Phillip Franz von Siebold, einem der bedeutendsten deutschen Ärzte und Naturforscher zu beschäftigen.

Philipp Franz Balthasar von Siebold (* 17. Februar 1796 in Würzburg, † 18. Oktober 1866 in München) war ein bayerischer Arzt, Japan- und Naturforscher, Ethnologe, Pflanzensammler und Botaniker. Er lebte von 1823 bis 1829 sowie von 1859 bis 1862 in Japan. Siebold ist einer der wichtigsten Zeugen des Japans der späten Edo-Zeit und wird bis heute in Japan hoch verehrt.

Siebold war Mitglied der Leopoldina und trat mit besten Empfehlungen durch Nees von Esenbeck, dem damaligen Präsidenten der Akademie der Wissenschaften und Gründungsdirektor des Botanischen Gartens Bonn, in die Dienste der Niederländisch-indischen Handelskompanie (VOC). Er arbeitet als Stabsarzt auf der der Stadt Nagasaki vorgelagerten Handelsinsel Deshima. Neben seinen medizinischen Arbeiten durfte er sich mit der Naturkunde im aller weitesten Sinne beschäftigen.

Er legte umfangreiche Sammlungen der Flora, Fauna und Ethnologie des frühen Japans an und gilt als der Begründer westlicher Wissenschaften in Japan. Siebold verfasste, auf den Forschungen früherer Japanreisender aufbauend, die erste "Flora von Japan" sowie die "Fauna Japonica". Das Werk "Nippon. Archiv zur Beschreibung Japans" gilt als die umfangreichste Bestandsaufnahme des japanischen Lebens im 19. Jahrhundert.

Für seine Verdienste an der Wissenschaft und Medizin wurde er 1832 mit dem Verdienstorden der Bayrischen Krone ausgezeichnet.

Zahlreiche unserer gängigen Gartenpflanzen, wie Hosta sieboldii oder Magnolia sieboldii erinnern an den bedeutenden Naturkundler.

Pflanzen wie der Kiri Baum (Paulownia tomentosa) wurden von Siebold nach Europa erstmals eingeführt. Gerade die Paulownie wird derzeit von der Bonner Universität als Rohstofflieferant detailliert im Campus Klein Altendorf erforscht.

(Vortrag vom 8.12.2011, Freundeskreis der Botanischen Gärten der Universität Bonn)